Der Taupunkt, der grosse Unbekannte

Immer wieder stossen wir auf feuchte Stellen, Schimmel, Pilze, vergraute Stellen in Räumen, gelbliche Flecken und ähnliche Schadenbilder. Meistens ist eine physikalische Einheit der Grund allen Übels: der Taupunkt!

Doch, was ist der Taupunkt?
Der Taupunkt oder die Taupunkttemperatur, ist derjenige Punkt / Temperatur, bei der die Luft kondensiert, oder anders gesagt, Wasserdampf scheidet sich als Tau oder Nebel aus feuchter Luft aus.

Was passiert physikalisch?
Am Taupunkt beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 100%, das heisst die Luft ist gesättigt.
Der Begriff relative Luftfeuchtigkeit bedeutet, dass je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Luft im Winter immer trocken ist, und die feuchtesten Gebiete auf der Welt die tropischen sind? Das ist kein Zufall, sondern reine Physik.
Unterschreiten wir also eine Temperatur, bei der die Wasserdampfmenge grösser wird als die Sättigungsmenge, so beginnt sich der überschüssige Wasserdampf auszuscheiden.

Woher kommt die Feuchtigkeit in Wohnräumen?
In einem Haushalt von 4 Personen kann täglich 6-10 Liter Wasser in Form von Wasserdampf anfallen. Eine schlafende Person gibt p. Std ca. 30-40 gr Wasser ab durch atmen und schwitzen.
Das bedeutet 1-1.5 Liter pro Person pro Tag durch Atemluft und 2-4 Liter durch Kochen, Duschen, Waschen, Badtücher etc.
Wird eine Wohnung nicht richtig ge- und belüftet, so sammelt sich dieser Wassersdampf in der Wohnung an, und kann an den kalten Stellen auskondensieren.

Warum ist der Taupunkt im Raumklima wichtig?
Fällt eine Oberflächentemperatur an Wänden, Türen, Fensterleibungen, Fenster, etc. unter eben diesen Taupunkt, so bildet sich an den Oberflächen Tau- oder Kondenswasser.
An Wärmebrücken, Aussenwände, Aussenecken können diese Unterschreitungen zu Schäden führen, wie Schimmel und Verschmutzungsanfälligkeit.
Dies gilt es zu verhindern.

Was kann der Maler tun?
Wir Maler sollten natürlich die bauphysikalischen Zusammenhänge verstehen, um Ihnen den richtigen und optimalen Sanierungsvorschlag unterbreiten zu können.
Der Markt bietet einige Lösungen, die Ihre Wirkung täglich unter Beweis stellen.
Zum einen kann der Maler mit geeigneten Farben das Fogging und den Schimmel herauszögern, und zum andern haben wir Maler die Möglichkeit mit Dämmplatten aus verschiedene Materialien (z.B PUR-Hartschaumplatten mit Mineralfasern) die Oberflächentemperatur zu erhöhen und so den Taupunkt nach oben zu verschieben.
Bei kontinuierlicher Taupunktunterschreitung muss mit erhöhter Mauerfeuchtigkeit gerechnet werden.Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt, ist die Tatsache, dass die Durchfeuchtung des Mauerwerks durch Isolation deutlich gesenkt werden kann, und so die Isolationswirkung stabiler bleibt, oder erhöht werden kann. Eine Dampfsperre (dichter Anstrich der kein Wasserdampf mehr durchlässt) verhindert auch das durchfeuchten des Untergrundes.
Schon 1% mehr Feuchtigkeit im Mauerwerk, erhöht den Wärmedämmverlust um 10%.

Zögern Sie nicht, uns zu fragen wie Ihre kalt Ihre Wände sind, wir bestimmen diese Temperaturen und wir erarbeiten Lösungen, um Schäden hinauszuzögern oder gar verhindern.

© Michel Andres 2015